Basierend auf den finanziellen Krisen aus der Vergangenheit wird dem Aspekt der Kostenersparnis ein besonders hohes Maß an Aufmerksamkeit beigemessen. Vor allem die Energiekosten stellen nicht selten einen großen Teil der monatlichen Ausgaben dar. Gleichzeitig steht auch eine Schonung der vorhandenen Ressourcen stets im Vordergrund. Aus diesem Grund wurde der Energieausweis eingeführt. Mittels eines Energieausweises kann der energetische Zustand einer Immobilie zuverlässig bewertet werden. Ein Energieausweis wartet jedoch nicht nur mit den energetischen Werten einer Immobilie auf. So werden auch empfohlene Modernisierungsmaßnahmen aufgeführt. In Bezug auf die Erstellung eines Energieausweises hat der Gesetzgeber eindeutige Richtlinien ausgesprochen. So muss ein Energieausweis immer dann vorgelegt werden, wenn eine Immobilie veräußert wird. Darüber hinaus muss ein Energieausweis auch dann vorgelegt werden, wenn die Vermietung einer Wohnung in Erwägung gezogen wird. Sollte keine Neuvermietung vorliegen, können die bisherigen Mieter nur um die Vorlage eines Energieausweises bitten. Sofern eine Immobilie unter Denkmalschutz steht, kann der Besitzer selbst entscheiden, ob ein Energieausweis erstellt werden soll oder nicht. In Bezug auf den Energieausweis werden grundsätzlich zwei verschiedene Ausweisarten unterschieden. So kann unter anderem ein Bedarfsausweis erstellt werden.

 

Ein Bedarfsausweis orientiert sich an dem rechnerischen Energiebedarf einer Immobilie. Dieser wird unter anderem anhand des Baujahres sowie den technischen Daten einer Immobilie ermittelt. Anders als beim Verbrauchsausweis liegen also bauartbedingte Daten vor. Persönliche Vorlieben in Bezug auf das Heizverhalten werden im Rahmen der Berechnung nicht berücksichtigt. Das Gegenteil zum Bedarfsausweis stellt der Verbrauchsausweis dar. Immer wenn die Erstellung eines Verbrauchsausweises in Erwägung gezogen wird, kommen die tatsächlichen Verbrauchsdaten zum Einsatz. So stellen sowohl die Heizkosten als auch die Kosten für warmes Wasser eine geeignete Berechnungsgrundlage dar. Im Rahmen der Berechnung kann das individuelle Heizverhalten der Bewohner jedoch einen negativen Einfluss auf die energetischen Daten einer Immobilie nehmen. Ein Bedarfsausweis wird immer dann erstellt, wenn die jeweilige Immobilie mit weniger als fünf Wohneinheiten aufwartet. Darüber hinaus sollte auch ein wesentliches Datum berücksichtigt werden.

 

Nur wenn ein Bauantrag für eine Immobilie vor dem 1. November 1977 bewilligt wurde, muss ein Bedarfsausweis erstellt werden. Sofern der Bau einer Immobilie erst nach dem 1. November 1977 genehmigt wurde, kann wahlweise ein Bedarfsausweis oder ein Verbrauchsausweis erstellt werden. Diese Tatsache trifft auch auf alle Immobilien zu, welche mit mehr als fünf Wohneinheiten aufwarten. Ab dem Tag der Ausstellung ist ein Energieausweis in der Regel zehn Jahre lang gültig. Nur wenn bauliche Veränderungen gemäß der Energieeinsparverordnung in Angriff genommen werden, muss ein neuer Energieausweis ausgestellt werden.