Jeder Hauseigentümer wird sicherlich im Besitz einer Gebäudeversicherung sein. Aber darin sollte auch eine Neuwertversicherung enthalten sein. Jedoch ist vielen Hausbesitzern der Nutzen dieser Versicherung nicht genau bekannt. 

Der Wert eines Hauses verändert sich ständig
Wer Eigentümer einer Immobilie ist, weiß sicherlich, dass sich der Wert des Hauses ständig ändern wird. Dies hängt mit verschiedenen Faktoren zusammen, zu denen beispielsweise auch die Lage zu zählen ist. Aber auch der Hausbesitzer kann seinen Beitrag dazu leisten, um einen Wertverlust zu verhindern, indem er die regelmäßigen Arbeiten zur Instandhaltung durchführt. Mit einer Gebäudeversicherung ist es möglich, das Haus gegen die verschiedensten Risiken, wie Sturm, Hagel, Feuer und Leitungswasser, abzusichern. Wer seine Immobilie noch mit einem alten Vertrag versichert hat, wird darin lediglich die herkömmliche Neuwertversicherung finden. Die neueren Verträge hingegen unterliegen weitestgehend dem aktuellen Versicherungsbestandteil. Dazu werden die versicherungsmathematischen Grundsätze der sogenannten „gleitenden Neuwertversicherung“ zugrunde gelegt.

Die Neuwertversicherung bewertet die Immobilie mit dem Neuwert zum aktuellen Zeitpunkt
In den alten Verträgen wird der eigentliche Neuwert, der zu diesem Zeitpunkt ermittelt werden konnte, aufgenommen. Wenn es dann zu einem Gebäudeschaden kommt, wird vom Versicherer auch lediglich diese Summe erstattet, der Wert entspricht aber keineswegs mehr einem aktuellen Neuwert. Dies bedeutet, dass der Hauseigentümer aufgrund von sich ändernden Baupreisen und der Inflation unterversichert ist. Somit müsste die Neuwertversicherung ständig auf den neuesten Stand gebracht werden. Damit der Versicherungsnehmer jedoch nicht jährlich einen neuen Vertrag abschließen muss, wurde die herkömmliche Neuwertversicherung durch die gleitende Neuwertversicherung ersetzt. 

Die Grundlagen unterliegen dem Versicherungswert und dem Anpassungsfaktor
Der zu zahlende Versicherungsbeitrag ändert sich grundsätzlich nach der Anpassung auf den neuen Wert mit Stichtag 1. Januar. Dieser kann sich, aufgrund des Anpassungsfaktors, erhöhen oder vermindern. Der Beitrag errechnet sich dadurch, indem der vereinbarte Jahresgrundbetrag, der als Wert 1914 bezeichnet wird, mit dem geänderten Anpassungsfaktor multipliziert wird. Für die Berechnung ist der, durch das statistische Bundesamt ermittelte, veröffentlichte Prozentsatz der Baupreisindexänderung sowie die Tariflohnindexänderung für das Baugewerbe aus dem Vorjahr maßgeblich. 

Einer Erhöhung kann widersprochen werden
Sollte der Hauseigentümer die Veränderung des Beitrages nicht wünschen, dann kann er innerhalb einem Monat der Änderung widersprechen. Ausreichend ist dafür die rechtzeitige Absendung des Widerrufs. In diesem Fall wird die Änderung nicht wirksam, die Wohngebäudeversicherung bleibt somit im bisherigen Umfang weiter bestehen. Dies bedeutet aber auch, dass die gleitende Neuwertversicherung in eine herkömmliche Neuwertversicherung umgewandelt wird und der Unterversicherungsverzicht seine Gültigkeit verliert. Damit eine erhebliche Überversicherung verhindert wird, hat der Versicherungsnehmer das Recht, die Versicherungssumme jederzeit herabsetzen zu lassen.